Was ist antikurdischer Rassismus?
Rassismus ist eine Ideologie und gesellschaftliche Praxis, die Menschen aufgrund ethnischer, kultureller, religiöser Merkmale oder nationaler Zugehörigkeit abwertet. Ideologisch fußt er auf der Vorstellung einer der „Völker“ inhärenten Natur. Sein Zweck ist die Legitimation gesellschaftlicher Macht- und Ungleichheitsverhältnisse und beeinflusst dadurch individuelles Denken sowie gesellschaftliche Strukturen.
Antikurdischer Rassismus als eine spezifische Form des Rassismus umfasst folglich dieselben Mechanismen der Essentialisierung und Hierarchisierung. Seinen besonderen Ausdruck findet er, maßgeblich vermittelt durch eine ethnonationalistische Ideologie, in der Ablehnung und Abwertung sowie in der Verleugnung und Kriminalisierung kurdischer Identität, Sprache und Kultur. Nach dieser Ideologie werden Kurd*innen als Störung oder Bedrohung eines vermeintlich homogenen nationalen „Wir“ konstruiert. In Extremfällen kann dies bis zum staatlich durchgesetzten Verbot kurdischer Kultur sowie zur Tötung kurdischer Personen durch staatliche Akteur*innen oder Teile der Gesellschaft führen. Besonders kennzeichnend für antikurdischen Rassismus ist die Trias aus Abwertung, Negation und Assimilation. Diese miteinander verschränkten Dynamiken zeigen sich in unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Kontexten, etwa in Feindbildern, rassistischen Narrativen und politischen Entscheidungen, durch die kurdische Identität, Sprache, Kultur und Formen kollektiver Selbstbestimmung abgewertet, negiert oder assimilatorischen Anforderungen unterworfen werden. (Definitionsentwurf)
Vorherige Arbeitsdefinitionsentwurf
Antikurdischer Rassismus kennzeichnet sich durch eine systematische Diskriminierung, Feindseligkeit oder Gewalt gegenüber Personen kurdischer Herkunft. Sie kann sich in vielfältigen Ausprägungen manifestieren, von struktureller Unterdrückung und politischer Marginalisierung bis hin zu sozialer Stigmatisierung und kultureller Negation. Sie fußt auf historisch gewachsenen Vorurteilen sowie politisch und sozial konstruierten Feindbildern, die kurdische Identitäten entwerten und delegitimieren.
