ANTIKURDISCHEN RASSISMUS ERLEBT?
VORFALL MELDEN!
Sie haben antikurdischen Rassismus erlebt oder sind Zeug*in geworden? Dann Vorfall melden! Als Informationsstelle Antikurdischer Rassismus – IAKR erfassen wir antikurdischen Rassismus, die eingereichten Vorfälle werten wir aus, prüfen, kontextualisieren und fassen sie anonymisiert zusammen. Die eingereichten Meldungen behandeln wir vertraulich.
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Vortrag zu antikurdischem Rassismus gefällig?
Wir bieten deutschlandweit Vorträge und Workshops zu antikurdischem Rassismus an. Ob für Schulen, Universitäten, Vereine oder Behörden – wir sensibilisieren, informieren und regen zur Diskussion an. Schreibe uns: info@antikurdischer-rassismus.de
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Universitäten, Vereine oder Behörden – wir sensibilisieren, informieren und regen zur Diskussion an. Schreibe uns: info@antikurdischer-rassismus.de
Jahresbericht antikurdischer Rassismus 2024
Mit dem Jahresbericht antikurdischer Rassismus für das Jahr 2024 erscheint erstmals überhaupt ein Jahresbericht zu diesem Thema in Deutschland. Er macht das Ausmaß und die Strukturen des antikurdischen Rassismus sichtbar. Zugleich bietet er eine fundierte Analyse, die für Politik, Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen von Bedeutung ist.
Fördermitglied-schaft
Hier können Sie den Antrag auf Fördermitgliedschaft der Informationsstelle Antikurdischer Rassismus – IAKR herunterladen. Bitte füllen Sie das Formular vollständig aus und senden Sie es anschließend an info@iakr.de. Mit Ihrer Fördermitgliedschaft unterstützen Sie unsere Mission, antikurdischen Rassismus sichtbar zu machen, zu dokumentieren und wirksam zu bekämpfen.
Literaturliste
Diese Literaturliste versammelt zentrale Beiträge zum antikurdischen Rassismus sowie zu angrenzenden Themen. Sie soll eine Orientierung für alle bieten, die sich mit diesen Themen befassen möchten. Die Liste ist nicht abschließend und wird kontinuierlich erweitert.
Jahresbericht antikurdischer Rassismus 2024
Mit dem Jahresbericht antikurdischer Rassismus für das Jahr 2024 erscheint erstmals überhaupt ein Jahresbericht zu diesem Thema in Deutschland. Er macht das Ausmaß und die Strukturen des antikurdischen Rassismus sichtbar. Zugleich bietet er eine fundierte Analyse, die für Politik, Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen von Bedeutung ist.
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Wenn dir uns Arbeit gefällt,
unterstütze uns mit einer Spende:
Informationsstelle Antikurdischer Rassismus – IAKR e.V.
DE34 3505 0000 0200 4813 72
DUISDE33XXX
Verwendungszweck: Spende
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Was ist antikurdischer rassismus?
Antikurdischer Rassismus kennzeichnet sich durch eine systematische Diskriminierung, Feindseligkeit oder Gewalt gegenüber Personen kurdischer Herkunft. Sie kann sich in vielfältigen Ausprägungen manifestieren, von struktureller Unterdrückung und politischer Marginalisierung bis hin zu sozialer Stigmatisierung und kultureller Negation. Sie fußt auf historisch gewachsenen Vorurteilen sowie politisch und sozial konstruierten Feindbildern, die kurdische Identitäten entwerten und delegitimieren.
(Definitionsentwurf)
Was ist antikurdischer rassismus?
Antikurdischer Rassismus kennzeichnet sich durch eine systematische Diskriminierung, Feindseligkeit oder Gewalt gegenüber Personen kurdischer Herkunft. Sie kann sich in vielfältigen Ausprägungen manifestieren, von struktureller Unterdrückung und politischer Marginalisierung bis hin zu sozialer Stigmatisierung und kultureller Negation. Sie fußt auf historisch gewachsenen Vorurteilen sowie politisch und sozial konstruierten Feindbildern, die kurdische Identitäten entwerten und delegitimieren.
(Definitionsentwurf)
Erscheinungsformen antikurdischer Rassismus
Antikurdischer Rassismus findet seinen Ausdruck in vielfältiger Form. Um diese Arten des Ausdrucks in ihrem Ursprung besser verstehen zu können, hat die IAKR sechs zentrale Erscheinungsformen präzisiert. Diese beziehen sich auf charakteristische Merkmale von antikurdischem Rassismus, mit denen Kurd*innen sich fortlaufend konfrontiert sehen. Die Erscheinungsformen sind nicht als isolierte Kategorien zu verstehen, da sie sich in ihrem Ausdruck gegenseitig bedingen, beeinflussen und historisch zusammenwirken.
Nationalistischer antikurdischer Rassismus kennzeichnet sich durch einen Nationalismus, der sich unmittelbar und konkret gegen Kurd*innen richtet. Er begründet sich in der Errichtung nationalstaatlicher Ordnung und findet seinen ideologischen Höhepunkt in der vermeintlichen Überlegenheit der Nation und seines Volkes. Kurd*innen werden abgelehnt, weil sie nicht zur Mehrheitsgesellschaft gezählt werden. Aus dieser Abgrenzung wird dann die Vorstellung konstruiert, dass ihre bloße Existenz eine Bedrohung für die Einheit oder Sicherheit der Nation darstellt. Diese wird oft gespeist mit verschwörungserzählenden und rassistischen Elementen. Kurd*innen werden demnach als minderwertige “Fremdkörper” angesehen, die die nationale Einheit und Souveränität gefährden.
So wird Kurd*innen in der Türkei, im Irak, Syrien und im Iran immer wieder vermeintliche Destabilisierung des Staates unterstellt, oft verbunden mit dem Vorwurf der Verschwörung und Kooperation mit “fremden Mächten”. Insbesondere im Iran mündet dieser Vorwurf häufig in der Todesstrafe.
Kultureller antikurdischer Rassismus bezeichnet die Abwertung, Diskriminierung und Ausgrenzung kurdischer Kultur, Traditionen und Identität aufgrund von rassistischen Stereotypen und Ideologien. Diese Erscheinungsform äußert sich in der systematischen Negierung oder Herabsetzung der kurdischen Sprache, Musik, Literatur, Bräuche und historischer Narrative. Sie zielt darauf ab, kurdische kulturelle Ausdrucksformen unsichtbar zu machen, als minderwertig zu bewerten oder sie in assimilatorischen Diskursen durch dominante kulturelle Vorstellungen zu ersetzen.
Kennzeichnend für kulturellen antikurdischen Rassismus sind Vorurteile, die die kurdische Kultur als rückständig, unzivilisiert oder inkompatibel mit modernen oder nationalen Werten darstellen. Dies manifestiert sich sowohl in institutionellen Praktiken wie etwa in Bildungs- oder Kulturpolitik, die kurdische kulturelle Vielfalt ignorieren oder unterdrücken, als auch im alltäglichen sozialen Verhalten, beispielsweise durch abfällige Kommentare, die Ablehnung kurdischer kultureller Praktiken oder das Verbot kurdischer Feste und Symbole. Ein Beispiel hierfür ist das teils bis heute bestehende Verbot traditioneller kurdischer Kleidung in der Türkei und im Iran, welches die öffentliche Sichtbarkeit kurdischer Identität einschränkt.
Folglich führt kultureller antikurdischer Rassismus dazu, die Identität und das Selbstverständnis der kurdischen Gemeinschaft systematisch zu delegitimieren und ihre kulturelle Präsenz in der Gesellschaft zu marginalisieren.
Politischer antikurdischer Rassismus beschreibt die gezielte Diskriminierung, Unterdrückung und Marginalisierung von Kurd*innen und ihren politischen Anliegen durch staatliche, institutionelle und gesellschaftliche Machtstrukturen. Diese Form des Rassismus äußert sich in der Kriminalisierung und Stigmatisierung kurdischer politischer Bewegungen, Parteien und Aktivist*innen, oft unter dem Vorwand von Sicherheitsbedenken, Terrorismusbekämpfung oder der Aufrechterhaltung staatlicher Souveränität.
Politischer antikurdischer Rassismus umfasst Gesetze, Verordnungen und politische Strategien, die darauf abzielen, die politische Teilhabe von Kurd*innen zu beschränken, ihre Forderungen nach Autonomie oder kulturellen Rechten zu delegitimieren und ihre Repräsentation in politischen Institutionen zu verhindern. Dies zeigt sich beispielsweise in Betätigungsverboten, die kurdische Parteien benachteiligen, in repressiven Maßnahmen gegen Demonstrationen oder in der Verfolgung politischer Akteur*innen durch staatliche Organe.
Darüber hinaus findet sich politischer antikurdischer Rassismus auch in der systematischen Ablehnung oder Verzerrung kurdischer politischer Narrative. Hierbei wird das Streben nach politischen Rechten häufig als separatistisch, staatsgefährdend oder unvereinbar mit nationalen Interessen dargestellt.
Diese Erscheinungsform trägt dazu bei, kurdische politische Forderungen und ihre Legitimität zu untergraben, die politische Gleichstellung der kurdischen Bevölkerung zu verhindern und bestehende Machtasymmetrien zwischen Mehrheitsgesellschaften und kurdischen Gemeinschaften aufrechtzuerhalten.
Religiös geprägter antikurdischer Rassismus beschreibt ein Phänomen, bei dem Kurd*innen sowohl aufgrund ihrer ethnischen Herkunft als auch ihrer religiösen oder konfessionellen (Un-)Zugehörigkeit abgewertet werden. Die religiöse Vielfalt der kurdischen Gesellschaft umfasst unter anderem muslimische, christliche, jüdische, êzîdische, alevitische, yarsanî und zoroastrische Kurd*innen. Ergänzend zur „ethnischen Abweichung“ wird auch die religiöse Zugehörigkeit zum Feindbild. Diese werden miteinander verknüpft, sodass dem Kurdischsein untrennbar eine “religiöse Irrung” zugeschrieben wird. Kurd*innen werden als vermeintlich homogene Gruppe dargestellt und gelten dabei als ‚böse‘ oder gar ‚dämonenähnlich‘.
Die Zuschreibung als “Ungläubige” schafft ein besonders wirkmächtiges Feindbild und dient als ideologisches Fundament, durch welches Ablehnung und Gewalt religiös gerechtfertigt werden soll. So wurden 1937/38 während des Völkermords an den alevitischen Kurd*innen in Dêrsim, bei dem schätzungsweise 46.000 bis 63.000 Menschen von der türkischen Armee ermordet wurden, die Opfer neben “staatsfeindlich” auch als „vom wahren Glauben abgekommen“ bezeichnet.
Der migrationsbezogene antikurdische Rassismus ist eine Erscheinungsform, die sich auf die Migrations- und Fluchtbiografien von Kurd*innen bezieht. So wie jede Form von Rassismus darauf abzielt, die gesellschaftliche (Miss-)Lage einer Gruppe von Menschen zu legitimieren, zeigt sich diese Erscheinungsform in der Legitimation der Migrations- und Fluchtursachen von Kurd*innen und der damit einhergehenden vulnerablen gesellschaftlichen Stellung.
Migrationsbezogener antikurdischer Rassismus äußert sich auf vielfältige Weise. In einigen Fällen kommt es zu einer Täter-Opfer-Umkehr, indem Kurd*innen für ihre eigene Verfolgung und Vertreibung verantwortlich gemacht werden. Es wird behauptet, dass Kurd*innen als “Unruhestifter*innen” die Verantwortung für ihre prekäre gesellschaftliche Lage tragen. Darüber hinaus füttern etablierte rassistische Narrative über Migrant*innen und Geflüchtete rassistische Stereotype und Feindbilder von kurdischen Migrant*innen und Geflüchteten. Auch die Aberkennung der kurdischen Identität als Ganzes kann sich bemerkbar machen, indem Migrations- und Fluchtgründe für Kurd*innen grundsätzlich negiert werden, d.h. Verfolgung, Pogrome und Genozide geleugnet und ihre konkreten Folgen unsichtbar gemacht werden.
In diesem Zusammenhang ist auch die rassistische Konstruktion von Kurd*innen als “Heimatlose” zu nennen. Diese Abwertung bezieht sich sowohl auf die anhaltende Vertreibung kurdischer Menschen weltweit, die rechtliche Staatenlosigkeit einiger Kurd*innen, als auch auf die Aberkennung Kurdistans als geo-kulturelle Entität. Die Konstruktion von Menschen als “heimatlos” und daher als besonders “fremd” und “vertrauensunwürdig” findet sich auch in anderen Formen des Rassismus wie dem Antisemitismus und Gadje-Rassismus wieder.
In der Gesellschaft gibt es vielfältige Identitäten und Merkmale unter denen Menschen Diskriminierung erfahren. Diskriminierungsformen können zusammenwirken und somit eigene Dynamiken und Ausdrucksformen finden. Dieser Sachverhalt wird als Intersektionalität bezeichnet. Intersektionalität ist ein Analyse-Tool, mit dem dieses Zusammenwirken der Unterdrückungsmechanismen genauer betrachtet wird. So sind manche Menschen nicht nur kurdisch, sondern auch kurdisch und weiblich oder kurdisch und jüdisch. Zentral ist das Verständnis, dass es sich nicht nur um unterschiedliche Unterdrückungserfahrungen handelt, sondern dass diese Ausdrucksformen der Unterdrückung sich gegenseitig beeinflussen. Antikurdischer Rassismus kann somit gleichzeitig und im
Zusammenwirken mit Sexismus, Ableismus, Queer-Feindlichkeit, Klassismus und weiteren Diskriminierungsformen auftreten.
Ein exemplarisches Beispiel hierfür ist die Diskriminierung kurdischer Frauen. Das rassistische Feindbild von Kurd*innen als „unzivilisiert“ und „tierartig“ überträgt sich in eine rassistische und sexistische Abwertung des Aussehens kurdischer Frauen als besonders „unweiblich“ und/oder „hässlich“. Hinzu kommt die Abwertung eines vermeintlich homogenen Erscheinungsbildes, das vor allem Frauen betrifft, die gesellschaftlich ohnehin mit strikten Schönheitsnormen konfrontiert sind.
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