Jahresbericht antikurdischer Rassismus 2025

VORFÄLLE VON ANTIKURDISCHEM RASSISMUS IN DEUTSCHLAND

Schätzungsweise 1,2 bis 1,5 Millionen Kurd*innen leben in Deutschland und gehören damit zu den größten Einwanderungsgruppen hierzulande. Ihre Erfahrungen mit Ausgrenzung, Herabwürdigung und Gewalt finden in der öffentlichen Debatte dennoch bis heute wenig Beachtung. Mit unserem zweiten Jahresbericht setzen wir als Informationsstelle Antikurdischer Rassismus – IAKR unsere Arbeit fort, diese Erfahrungen systematisch zu erfassen und sichtbar zu machen.

Im Jahr 2025 haben wir 438 Fälle von antikurdischem Rassismus in Deutschland dokumentiert, rund doppelt so viele wie im Vorjahr mit 217 Fällen. Mit 181 Fällen lässt sich der größte Anteil dem türkischen Nationalismus zuordnen, gefolgt vom arabischen Nationalismus mit 72 Fällen. Rund 90 Prozent der dokumentierten Fälle ereigneten sich im digitalen Raum, vor allem auf TikTok, Instagram, X und Facebook. Im analogen Raum waren Bildungseinrichtungen der häufigste Tatort. Nur in drei Fällen wurde Strafanzeige erstattet. Den Anstieg der Fallzahlen führen wir nach unserer Einschätzung auch darauf zurück, dass wir als Anlaufstelle bekannter geworden sind und Betroffene wie Zeug*innen uns zunehmend vertrauen.

Das Vorwort zum Bericht hat Düzen Tekkal verfasst. Neben einem Definitionsentwurf und einer historischen Einordnung von antikurdischem Rassismus stellen wir drei ausgewählte Fälle aus dem Jahr 2025 ausführlich dar, darunter den Spionagefall in Hürth. In ihrem Gastbeitrag untersucht Lena Wiese die Rolle von Mädchen und Frauen im türkisch-ultranationalistischen Kontext. In einer eigenen Interviewstudie geben wir vier Betroffenen Raum, von ihren Erfahrungen und ihrem Umgang mit antikurdischem Rassismus zu berichten. Abschließend formulieren wir Handlungsempfehlungen an Politik und Institutionen.

Unser Dank gilt allen Betroffenen und Zeug*innen, die uns ihre Erfahrungen anvertraut haben. Ihre Meldungen sind die Grundlage dieses Berichts. Fälle von antikurdischem Rassismus können weiterhin über das Meldeformular auf unserer Website gemeldet werden.


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