Der Sonderbericht Januar 2026 dokumentiert eine außergewöhnliche Häufung antikurdischer Vorfälle in Deutschland. Innerhalb eines einzigen Monats erreichten die Informationsstelle Antikurdischer Rassismus – IAKR 211 Vorfälle und Hinweise, fast so viele wie im gesamten Jahr 2024. Auslöser war die militärische Eskalation in DAANES und Syrien, deren Nachwirkungen bis in den Alltag kurdischer Menschen in Deutschland reichten. Der Bericht zeichnet nach, wie sich die Angriffe auf DAANES in Drohungen, Hetze im Netz und körperliche Gewalt übersetzten, teils mit schweren Verletzungen. Er ordnet die transnationalen Hintergründe ein, legt ein Lagebild mit ausgewählten Fällen aus dem digitalen und analogen Raum vor, beleuchtet die Kriminalisierung kurdischer Proteste sowie die öffentliche Wahrnehmung und schließt mit konkreten Handlungsempfehlungen.
Der Recherchebericht Nr. 1 „Der Spiegel, der Islamist und eine widersprüchliche Entlastungserzählung“ ist das Ergebnis einer viermonatigen Recherche. Am 20. Januar 2026 hielt Rami al-Dahesh in einem Hähnchenrestaurant in Girê Spî (Tal Abyad) einen abgeschnittenen Zopf in die Kamera und erklärte, dieser stamme von einer kurdischen Kämpferin aus ar-Raqqa, Syrien. Das Video sorgte innerhalb weniger Tage weltweit für Empörung. Der Spiegel veröffentlichte am 6. Februar 2026 einen Artikel, der sich aus unserer Sicht wie eine Entlastungserzählung liest: Der Zopf sei Kunsthaar, al-Dahesh kein Kämpfer, sondern lediglich ein eitler Mitarbeiter des Stadtrats. Unser Bericht kommt auf 80 Seiten zu einem anderen Ergebnis. Anhand öffentlich zugänglicher Quellen, geolokalisierter Foto- und Videoaufnahmen sowie Gesprächen mit Personen aus der Region, darunter auch aus dem direkten Umfeld al-Daheshs, rekonstruieren wir seine Beteiligung an den Kampfhandlungen zwischen dem 18. und 20. Januar 2026, seinen Werdegang als Milizionär seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs, seine Zugehörigkeit zur Syrischen Nationalarmee (SNA) und zahlreiche Indizien für eine mutmaßliche IS-Mitgliedschaft. Zugleich dokumentiert der Bericht, dass die vom Spiegel zitierten Zeugen aus dem engsten Umfeld des Beschuldigten stammen. Aufgrund der Rechercheergebnisse haben wir zudem Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht. Über den Ausgang des Verfahrens werden wir auf unseren Kanälen berichten.
Beide Berichte stehen hier zum Download bereit:
