Pressemitteilung: IAKR kritisiert Polizeieinsatz bei kurdischer Gedenkveranstaltung in Hannover

28. September 2026 / Nr. 23

Am Sonntag, den 27. September 2026, hat die Polizei in Hannover eine kurdische Trauer- und Gedenkveranstaltung verhindert. Nach Angaben der Organisator*innen drang sie zunächst in einen angemieteten Saal ein und untersagte das Gedenken. Als die Trauernden daraufhin in das Demokratische Kurdische Gesellschaftszentrum (DKTM) gingen, um dort den Verstorbenen zu gedenken, folgte ihnen ein Großaufgebot der Polizei, umstellte das Gebäude und drang auch dort ein. Rund 200 Menschen sollen bis in den späten Abend festgehalten worden sein.

Die Informationsstelle Antikurdischer Rassismus – IAKR lehnt die Kriminalisierung kurdischer Trauer- und Gedenkveranstaltungen entschieden ab. Das gemeinsame Erinnern an Verstorbene ist eine grundrechtlich geschützte Praxis.

Die Polizei beruft sich auf einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss. Weshalb dieser es erforderlich machen sollte, eine Trauerveranstaltung zu unterbinden und rund 200 Menschen stundenlang festzuhalten, ist für uns nicht nachvollziehbar. Es bestehen daher erhebliche Zweifel an der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes.

Wir erwarten eine transparente Aufarbeitung, in der die Behörden schlüssig darlegen, weshalb sie dieses Vorgehen für angemessen hielten. Wir werden uns an die zuständigen Stellen wenden und die Ergebnisse mit der Öffentlichkeit teilen.

Mit freundlichen Grüßen
Informationsstelle Antikurdischer Rassismus – IAKR e. V.

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